„Okular“, 2009: Vliesstoff, Heißkleber, Holzzellulose; D 80cm, T 30cm

Geboren 1970 in Mainz. 1993 - 1998 Studium an der Hochschule der Künste in Bremen. Lebt und arbeitet in Köln.

www.ulli-boehmelmann.de

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Dante Aligheri
Die göttliche Komödie

Übersetzung Hermann Gmelin
1951, 2001, Reclam, Stuttgart

Paradies, 13. Gesang (112-120)
„…
Und dies sei immer Blei an Deinen Füßen,
Damit Du langsam schreitest wie ein Müder
Zum Ja und Nein, das Du noch nicht gesehen.
Denn der steht wohl am tiefsten unter Toren,
Der Ja und Nein sagt ohne Unterscheidung
Sowohl beim einen wie beim andern Schritte.
Denn es geschieht, dass nach der falschen Seite
Die Meinung sich in ihrem Laufe wendet
Und dann die Leidenschaft die Geister fesselt.
…“

DUDEN, Das Fremdwörterbuch:
okular [lat.]:
1. das Auge betreffend
2. a) mit dem Auge; b) für das Auge; c) dem Auge zugewandt.“

Die Welt in ihrer Allumfassenheit zu sehen ist dem Menschen nicht möglich.
Er sieht immer nur einen Ausschnitt, einen Bruchteil und bildet sich anhand dessen – manchmal zu schnell – ein Urteil.
Deshalb ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben, um weitere Perspektiven zu erhalten.