.

Geboren 1962 in Trikala (Griechenland). 1981 Übersiedlung nach Deutschland, wo er als Maler, Graphiker und Installationskünstler arbeitet. Lebt in Dortmund.

Stühle fliegen durch die Luft, einen Tisch hält es auch nicht mehr auf seinen vier Beinen – und dazwischen drei Monitore, deren Videobilder sich zusätzlich noch in Glasscheiben widerspiegeln. Der Betrachter wird durch die Halteseile der Möbel aus dem Geschehen herausgehalten, das Auge des Hurrikans ist kein Aufenthaltsort für Kunsttouristen!

Und ein emotionaler Wirbelsturm ist es allemal, was dem Hl. Antonius hier in höchst zeitgemäßer Form wiederfährt. Mitten im rotierenden Geschehen reißt es ihn, wie im Video in einer Szene ganz real zu sehen ist, von den Beinen. Rechts und links, oben und unten, vorn und hinten – all diese Koordinaten des Raums haben auf dem Höhepunkt des Versuchungs­geschehens ihre haltgebende Kraft und Orientierungsfunktion verloren.

Apostolos Palavrakis ist mit dieser Installation nicht nur gelungen, das alte Thema mittels Video und Installation in eine zeitgemäße Form zu übertragen, sondern er lässt den Betrachter geradezu körperlich miterleben, was es heißt, von den Geistern (den eigenen Projektionen und der Wiederkehr des Verdrängten) angegriffen, gejagt und gepeinigt zu werden. Der Heilige und mit ihm der Betrachter, der sich auf diese Installation einlässt, taumeln im Raum.