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Geboren 1949 in Herford, lebt in Düsseldorf. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, mehrere Professuren und Gastprofessuren in Kassel, Münster, Braunschweig. Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum. Aktionen und Konzerte mit Klangskulpturen.

www.horst-glaesker.de
de.wikipedia.org/wiki/Horst_Gläsker

Winzig klein, ja geradezu unbedeutend nimmt sich die Gestalt des Hl. Antonius in der Installation von Horst Gläsker aus. Und der offensichtlich erregte Heilige scheint nicht mehr im Kopf zu haben, als einer holden Schönen auf allen Vieren hinterher zu kriechen. Wenn er dieser Versuchung nicht wiedersteht, so ist zu befürchten, wird es ihm bald nicht besser ergehen als Sokrates mit seiner Xanthippe, die bekanntlich auf ihm zu reiten pflegte. Viel schlimmer aber ist, dass der zukünftige Heilige gar keine Augen hat für die von überall auf ihn einstürmenden bösen Geister mit verzerrten Fratzen und gefletschten Zähnen. Klein und unscheinbar wie der Heilige auf der berühmten Radierung von Jacques Callot (1635) hat Horst Gläsker seinen Protagonisten in einen als Palette verwendeten Farbeimerdeckel integriert. Dieser Antonius steht wahrlich noch ganz am Anfang seiner Versuchung – es ist sogar die Frage, ob er den Kampf überhaupt schon aufgenommen hat. Vielleicht befindet sich das Geschehen ja noch wirklich auf der Palette, dort, wo die Farben erst angerührt werden, um später auf der Leinwand zu Figuren geformt zu werden.