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Geboren 1953 in Köln. Studium an den Kölner Werkkunstschulen. Seit 1968 Verwendung von eigenem Blut in Aktionen sowie als Grundlage für Zeichnungen und Bilder. Lebte in Köln und Stresa (VB), Italien. Verstorben am 2. März 2017 in Köln – Nachruf.

www.petergilles.de

Aus psychologischer Sicht lässt Peter Gilles uns als Betrachter den Grundkonflikt des Heiligen miterleben. Die dunkle Seite des Antonius, das Verdrängte und vielleicht sogar Abgespaltene der Persönlichkeit ist übermächtig geworden, hat sich in Form einer schwarzen Büste lebensgroß auf einen schwarzen Sockel erhoben. Ihr gegenüber liegt auf dem Fußboden der blutüberströmte weiße Kopf, sozusagen der bewusste, der geschlagene Teil. Dass es sich bei beiden Plastiken um gleichgeformte Abgüsse des Kopfes des Künstlers handelt, verweist auf den inneren Kampf des Heiligen wie des Künstlers gleichermaßen.

Von der Seite blickt hämisch grinsend die schöne, goldgelockte Verführerin, die ihr Antlitz des Todes glaubt gar nicht mehr verstecken zu müssen. Und im Zentrum der Installation brennende Kerzen, das Feuer des Kampfes. Dass die Flammen in Form eines weiblichen Genitales gestellt sind, greift eine immer wieder neu gestaltete Grundthematik im Werk des Künstlers auf: Die Phänomene des Übergangs, der Geburt in eine neue Welt, eine Initiation also. So verweist Peter Gilles aus der Dramatik des Geschehens heraus auf die mögliche Wandlung, auf die Lösung für den hier tobenden innerseelischen Konflikt.