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Bis 1990 Studium am Polytechnikum Mailand, Fachbereich Architektur.
In den 1990er Jahren Mitglied der Gruppe „Italienischer ironischer Konzeptualismus“.
2000–2005 Lehrtätigkeit an der Neuen Akademie der Schönen Künste, Mailand.
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Lebt und arbeitet in Mailand.

www.francescogarbelli.com/opere

Sein künstlerisches Interesse konzentriert sich auf den städtischen Kontext wie Toponymie und Verkehrszeichen. In den 1980er und 90er Jahren realisierte er eine Reihe von Interventionen in verschiedenen Städten Europas – er erfand Zeichen mit subtiler Ironie –. dank derer er heute als echter Vorreiter der urbanen Kunst gilt.

Eine archäologische Situation?! In einem Raum, dessen Putz über Jahrhunderte Stück um Stück von der Wand gebröckelt ist, haben sich einige Fresken wie Inseln im Meer der Zerstörung erhalten. Hier ein Teil eines aufgedunsenen Leibes, dort betende Hände, zwei Kerzen und vor allem – unverkennbar – das Haupt des Hl. Antonius.

Die Installation von Francesco Garbelli suggeriert ein – oder gar mehrere? – herrliche Wandgemälde, die vor langer Zeit diesen Raum ausgekleidet haben. Werden wir hier Zeuge der Restaurierung einer kunsthistorischen Sensation?

Bei genauerer Betrachtung würden Kunsthistoriker in einem Porträt den Kopf eines Verdammten entdecken, den sie aus der Sixtinischen Kapelle zu kennen glauben, während ein Totenschädel unmittelbar einem großem Fresco in Pisa entsprungen zu sein scheint. Und damit sind wir beim aktuellen Thema:

Francesco Garbelli baut uns eine Brücke von der Jetztzeit zu den seit Jahrhunderten gestalteten Themen im Umkreis der „Versuchung des Hl. Antonius“. Es sind die Fragmente einer Meßlatte, auf die heutige Künstler in ihren Arbeiten Bezug nehmen wollen und müssen.