„In vitro veritas“

Geboren 1954 in Rehau / Oberfranken. 1974-1978 Studium Grafik/Design, Hochschule Würzburg. 1978-1982 Studium Freie Grafik/Zeichnung, Akademie der bildenden Künste, Stuttgart. Seit 1992 Professor für zeichnerische Darstellung an der Fachhochschule Düsseldorf. Lebt in Köln.

www.haraldfuchs.com

Worin bestehen Versuchungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Eine der größten hat sich den Menschen in Form der Gentechnik eröffnet. Das Erbmaterial einer Zelle kann in eine andere implantiert werden, nie geahnte und von der Natur nicht vorgesehene neue Geschöpfe lassen sich im Labor züchten. Dies ist das Thema der Installation „In vitro veritas“ von Harald Fuchs: In unseren Köpfen und Reagenzgläsern entscheidet sich, welche Tabus wir zu brechen bereit sind.

Mit Schwarzlicht beleuchtet der Künstler zwei frei im Raum schwebende Vorhänge. Auf dem vorderen ist das Anstechen einer Eizelle dargestellt. Männer und Frauen sind gleichermaßen verführt, das genetische Design ihres Kindes selber zu bestimmen. Noch einen Schritt weitergetrieben wird dieses Thema auf dem zweiten, fast noch verdeckten Vorhang. Hier geht es um die Transplantation des menschlichen Hautzellkerns in die Eizelle eines Kaninchens. Das zugrunde liegende Foto wurde in einem Labor in China aufgenommen. Es werden ganz real Chimären gezeugt, die denen der bildkünstlerischen Phantasie von Hieronymos Bosch entsprungenen nicht nachstehen dürften. Vorhang auf! Was werden wir auf dieser Bühne zu sehen bekommen?