Wiederum ergab sich eine neue Situation, die gravierendste Zäsur seit dem Beginn des Projekts. lm Verlauf des vergangenen Jahres war die Halle Spazio Luparia verkauft worden und stand nicht mehr zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund entwickelten die drei Kuratoren Peter Gilles, Birgit Kahle und Giampiero Zanzi noch im Spätsommer 2016 gemeinsam die ldee, die ganze Stadt Stresa zum Raum für künstlerische lnterventionen zu machen. Besucher, die diesem Ausstellungskonzept durch Stresa folgten, konnten nicht nur ihnen bisher unbekannte Orte der Stadt entdecken, sondern vor allem die eigene Seherfahrung hinterfragen. Auf der Suche nach den verschiedenen künstlerischen Eingriffen verschwammen die Grenzen zwischen Alltagsrealität und Kunstwerk. Ziel dieses Konzeptes war es, die Besucher visuell kreativ werden zu lassen, durch eigene lmagination auch dort Kunstwerke zu sehen, wo gar keine sind.

Obwohl nach langer Diskussion mit den lnitiatoren bereits im Herbst 2016 beschlossen wurde, den Unterstützungsverein Lo Spirito del Lago e.V. zum Jahresende 2017 aufzulösen und in einen Freundeskreis zu überführen, war der schrittweise Verlust der Räumlichkeiten aber nicht das Ende der Ausstellungen in Stresa.

Dann verstarb Peter Gilles im März 2017.

Dennoch konnte mit dem Engagement von Birgit Kahle, Giampiero Zanzi und den in diesem Jahr beteiligten Künstlern sowie mit ideeller Unterstützung des Vereins das geplante Projekt realisiert werden.

Dass dieser Titel der 21. Ausstellung an den ersten Ausstellungstitel „Das nackte Auge“ im Jahre 1997 erinnerte, war kein Zufall, sondern ein bewusster Rückbezug auf die ebenso unsicher-neugierige wie auch enthusiastisch-kreative Zeit des Aufbruchs.