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2017: Frühjahrsfest mit Auktion

Mit dem eigenen Blut gemalt:
Nachruf auf Peter Gilles

2016: My way

Floating Piers:
Der Ausflug mit unserem Förderverein

Rabenschwarz in Bamberg:
Das Kunstprojekt unterwegs

2015: Das Haar in der Suppe –
Il pelo nell’uovo

2014: Die Geister, die ich rief –
Spiriti evocati

2013: Kangaroo –
non ti capisco

2012: Lust for Life

2011: Quergänger –
Solo i pesci morti seguono la corrente

2010: Il Sogno Segreto –
Der geheime Traum

2009: Paradies – der dreizehnte Gesang

2008: Tabula rasa

2007: Disgelo – Eisschmelze

2006: Humilitas – Mut und Demut

2005: Il Ponte del Diavolo –
Teufelsbrücke

2004: È bella la Bestia?

2003: Die Versuchung des heiligen Antonius

2002: Hic sunt Leones

Antonio Riello (2003)

Geboren 1958 in Kabul. Studium der Chemie in Padua, anschließend Architekturstudium in Venedig. In seinen Objekten und Installationen mischen sich aggressive und sexuelle Themen. Lehrt als Gastprofessor an der Derby University (England) und an der Brera Akademie in Mailand. Lebt in Marostica und Mailand (Italien) sowie in Amsterdam.

www.antonioriello.com

Ein fast leergeräumtes Hotelzimmer, lediglich ein Stuhl und ein Kleiderständer stehen herum. Darauf hängen Kleidungsstücke, deren Rückenteile bemalt sind. Hat hier ein Rocker seine Lederkluft ausgezogen, um sich draußen am Lago Maggiore zu sonnen? Haben die aufgemalten Frauen in aufreizenden sexuellen Posen die gleiche Funktion wie die Embleme auf der Kleidung von Rockern und Motorrad-Gangs?

Diese Sichtweise erscheint als vorschnelle Festlegung. Die Frauen haben eigentümliche grüne Penisse mit Hoden in der Hand, nutzen sie aber nicht zur Selbstbefriedigung, sondern halten sich diese Gebilde vor ihr eigenes Genitale. Wollen diese Frauen auf ihre Unabhängigkeit von den Männern hinweisen – oder handelt es sich gar um Penistransplantate, die aus Frauen androgyne Wesen machen könnten? Das Androgyne als das Vollständige, das keine Vereinigung mit einem gegengeschlechtlichen Partner mehr bedarf? Hat also gar nicht ein Rocker bzw. der Künstler selbst seine Lederkleidung ausgezogen, sondern der Heilige selbst dies getan? Aber warum befinden sich die Bilder auf bzw. in seinem Rücken, dort, wo wir das Verdrängte und Verleugnete, das für den Betreffenden also nicht Sichtbare vermuten können? Handelt es sich vielleicht doch um eine Darstellung verleugneter Sexualität, sogar einer bisexuellen Orientierung, die jederzeit als Versuchung über den Heiligen herfallen könnte? Eine unentscheidbare Situation.