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2017: Frühjahrsfest mit Auktion

Mit dem eigenen Blut gemalt:
Nachruf auf Peter Gilles

2016: My way

Floating Piers:
Der Ausflug mit unserem Förderverein

Rabenschwarz in Bamberg:
Das Kunstprojekt unterwegs

2015: Das Haar in der Suppe –
Il pelo nell’uovo

2014: Die Geister, die ich rief –
Spiriti evocati

2013: Kangaroo –
non ti capisco

2012: Lust for Life

2011: Quergänger –
Solo i pesci morti seguono la corrente

2010: Il Sogno Segreto –
Der geheime Traum

2009: Paradies – der dreizehnte Gesang

2008: Tabula rasa

2007: Disgelo – Eisschmelze

2006: Humilitas – Mut und Demut

2005: Il Ponte del Diavolo –
Teufelsbrücke

2004: È bella la Bestia?

2003: Die Versuchung des heiligen Antonius

2002: Hic sunt Leones

Ingeborg Lüscher (2003)

Geboren 1936 in Freiberg/Sachsen. Nach Schauspielausbildung und Engagement im Theater und in Filmen beginnt 1967 die künstlerische Arbeit als Autodidaktin. Lebt in Tegna (Schweiz).

de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg_Lüscher

Ist der Hl. Antonius ein Mann? Das ist unbezweifelbar. Unstreitig aber hat eine Künstlerin wie Ingeborg Lüscher die Freiheit, das Geschlecht des Heiligen zu ändern und die Versuchungen einer Frau, einer weiblichen Heiligen zu thematisieren.

Dass sich auch hier sexuelle Versuchungen finden werden, ist von vornherein anzunehmen – und genau diese Situation finden wir in den beiden Fotoarbeiten vor. Auf einem wohlgeformten jugendlichen weiblichen Körper liegt im Schambereich ein knolliges Gebilde, eine keimende Kartoffel. Ist es eine Symbolisierung der keimenden Sexualität eines Mädchens, das sich auf seinem Weg der Enthaltsamkeit durch die eigenen Wünsche und Begierden gefährdet sieht?

Oder stehen wir hier nicht doch wieder vor einer der vielen Versucherinnen, die mit ihrem fruchtbaren weiblichen Körper den Heiligen aus seiner Kontemplation herausreißen wollen? Ob allerdings eine keimende Kartoffel in Herzform, die dennoch eher an einen stacheligen Kaktus erinnert, als optisches Aphrodisiakum wirkt, mag dahingestellt bleiben.