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2017: Frühjahrsfest mit Auktion

Mit dem eigenen Blut gemalt:
Nachruf auf Peter Gilles

2016: My way

Floating Piers:
Der Ausflug mit unserem Förderverein

Rabenschwarz in Bamberg:
Das Kunstprojekt unterwegs

2015: Das Haar in der Suppe –
Il pelo nell’uovo

2014: Die Geister, die ich rief –
Spiriti evocati

2013: Kangaroo –
non ti capisco

2012: Lust for Life

2011: Quergänger –
Solo i pesci morti seguono la corrente

2010: Il Sogno Segreto –
Der geheime Traum

2009: Paradies – der dreizehnte Gesang

2008: Tabula rasa

2007: Disgelo – Eisschmelze

2006: Humilitas – Mut und Demut

2005: Il Ponte del Diavolo –
Teufelsbrücke

2004: È bella la Bestia?

2003: Die Versuchung des heiligen Antonius

2002: Hic sunt Leones

Ale Guzzetti (2003)

Geboren 1953 in Tradate (VA), Italien.
Studium an der Akademie der Schönen Künste Brera, Mailand. Parallel Studien zu elektronischer und Computer-Musik.
Arbeitet als einer der ersten italienischen Künstler seit 1983 mit Technologie und interaktiver Kunst. Seine neuesten Werke haben die Robotertechnik zum Thema.
Lebt in Saronno (VA) und Legnano (MI), Italien.

Zeitgemäßere Monster als die von Ale Guzzetti sind schwerlich vorstellbar. Vorgeformte Kunststoffteile, Kunstpelz, Blinklämpchen und eine zirpende, raunende und von Sprachfetzen überlagerte Geräuschkulisse erfüllen den Raum. Es ist ein aus den Fugen geratenes Design, das uns hier entgegentritt und das vom Künstler mit für uns unentzifferbaren Schrifttafeln konfrontiert wird.

Eine Orientierung in diesem alle Wände, aber auch Boden und Decke überziehenden, sowohl Augen, Ohren wie auch Nase forderndem Ambiente fällt dem Betrachter schwer. Erst wenn wir das Plastikschwein als Begleittier des (Plastik?-)Heiligen entdecken, den Weihrauch riechen und im Waschbecken und an den Wänden die übergroßen Spermien entdecken, legt sich die Verwirrung, klärt sich das Thema.

Wenn nun der Künstler davon berichtet, dass wir an den Wänden Rezepturen für uralte Potenzmittel lesen können – so wir denn könnten – befinden wir uns unversehens in dem Spannungsfeld zwischen kirchlichen Sexualtabus, alten Rezepturen und neuen Formen sexuellen Ausdrucks und sexueller Wünsche. Ale Guzzetti hat das wohl älteste Versuchungsthema in einer große Zeiträume umkreisenden, zeitgemäßen Form gestaltet.